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Agroscope: Umweltschonende Massnahmen gegen Pflanzenkrankheiten

30 Mai 2018
(lid.ch) - Agroscope-Fachleute haben Massnahmen gegen Krankheiten entwickelt, die aus dem Boden kommen. Dazu gehören etwa der Einsatz von nützlichen Mikroorganismen oder Mittel zur Bodenverbesserung.

Schaderreger führen im Schweizer Gemüsebau regelmässig zu grossen Ausfällen – zum Beispiel wegen bodenbürtiger Krankheiten. Das sind Schadpilze, die im Boden überleben und die Wurzeln ihrer Wirtspflanzen befallen. Derartige Probleme hätten in den letzten Jahren stetig zugenommen, schreibt die Forschungsanstalt Agroscope in einer Mitteilung.

Bodenbürtige Krankheiten seien schwer zu bekämpfen. Agroscope entwickelt am Standort in Wädenswil alternative Bekämpfungsstrategien, um diese Problemorganismen reduzieren zu können. Dabei ist eine ganzheitliche Betrachtung der Produktion von Freilandgemüse besonders wichtig. Es geht um die Evaluation von vorbeugenden Massnahmen wie z.B. Hygiene (Fruchtfolge, Maschinenreinigung, Unkrautkontrolle, Erntereste einarbeiten,  etc.), um die Ausbreitung der bodenbürtigen Krankheiten zu verhindern und den Krankheitsdruck zu reduzieren. Darüber hinaus werden auch Strategien zur direkten Bekämpfung entwickelt und geprüft. Im Fokus stehen dabei der Einsatz von nützlichen, krankheitsunterdrückenden Mikroorganismen sowie die Anwendung von organischen Düngern und Bodenverbesserungsmitteln. Diese Ansätze werden mit anbautechnischen Massnahmen kombiniert.

Gewisse Pilze und Bakterien, die man als Antagonisten oder Gegenspieler bezeichnet, können direkt Schaderreger bekämpfen. Dabei stehen ihnen verschiedenste Waffen zur Verfügung. Diese Mikroorganismen werden nun gezielt eingesetzt, um die Pflanzen zu schützen. Durch den Einsatz von organischen Düngern, die Zellulose und Chitin enthalten, wird versucht, sowohl natürlich im Boden vorkommende antagonistische Mikroorganismen zu fördern, als auch die Wirkung von ausgebrachten Mikroorganismen zu erhöhen und zu stabilisieren.

Mit gezielten anbautechnischen Massnahmen, wie z.B. dem Anbau auf Dämmen (bessere Durchlüftung, trockenere Bedingungen), werden die Umweltbedingungen für Schaderreger verschlechtert. Gleichzeitig erhalten deren natürliche Gegenspieler und die Pflanzen selber dadurch bessere Lebensbedingungen.

Durch die Entwicklung solcher Bekämpfungsstrategien steht den Gemüseproduzierenden nun ein nicht-chemisches Massnahmenpaket gegen bodenbürtige Krankheiten zur Verfügung, betont Agroscope.

Weitere Informationen unter agroscope.admin.ch